Immer weiter

Gehe voran, meine Beine kennen keine Rast                                                                     Sehe Ihn nicht, wo ist denn der meine Platz?

Halte an, bis ich ihn gefunden hab, keine Hast,                                                             Jedoch erdrückt von dieser Last, die mich von innen hasst,                                           Von hinten packt, mich wütend macht, mürbe und schwach.

23:49 verlier mich, hier ist alles so lautlos, fürchterlich, fürchte mich, schreie laut los. Was ist bloß los? Warum ist das Grauen so groß?  Schreibe drauf los, das gibt auch Trost und meinem Leben Sinn.                                                                                   Obwohl ich nicht weiß, warum ich am Leben bin, nehm ich es eben hin, dass Blut durch diese Venen rinnt, mein Herz schlägt, meine Seele singt und fast aus der Kehle springt.

Ich wüsste gerne ihre Melodie, doch es ist zu laut, ich hör sie nie.                     Inzwischen bin ich dran gewöhnt das alles sie leider übertönt.

Darum mag ich es hier, wo es leise ist, weil es wie eine Reise ist,                                   Wenn ich endlich weiß, wie diese kleine Weise ist.                                                             Kann auch ich ruhig werden, kann auch ich ruhig sterben.

Doch dahin ist es ein weiter Weg                                                                                           Habe kein Jota in der Welt bewegt                                                                                         Will nicht, dass mir alles entgeht                                                                                           Habe mich noch kaum in der Welt bewegt,                                                                         kaum etwas erlebt, kaum etwas ernsthaft erstrebt.

Doch die Zeit ist ein verführerischer Blütenschimmer, denn sie bleibt nicht           für immer/ Wir bleiben keine Kinder, nach Sommer folgt Winter

Die Zeit vergeht, sie verwelkt geschwind.                                                                       Blätter werden rot, Blätter werden gelb.                                                                             Es weht der Wind 🍃 Das gilt auch für uns selbst.

Blätter werden beschrieben, sie liegen dort und da.                                                         Bilden neue Triebe wie die Natur im Frühjahr.                                                               Hoffnung auf ewigen Frieden, auf ein wenig Liebe,                                                           Wie damals, früher, als die Sonne taute den Frost

Sich das Füllhorn des Verschwenderischen über uns ergoß.

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Entwicklung des Nahostkonflikts für Einsteiger

Entwicklung des Nahostkonflikts für Einsteiger

Wie konnte es zum Nahostkonflikt um Israel kommen? Um das zu verstehen, muss man die Geschichte Israels und des Judentums verstehen. Hier habe ich versucht, eine Zusammenfassung aller relevanten Ereignisse zu erstellen.

1.1 Geschichte des Nahostkonflikts bis 1948

Im Judentum ist die Geschichte der Unterdrückung im eigenen Land und der Flucht tief verwurzelt; ein Beispiel dafür ist die Chad Gaya. Diese ist ein Teil der Pessach Haggada (Nacherzählung des Auszugs aus Ägypten). In ihr wird die Geschichte der Unterdrückung des  jüdischen Volkes durch verschiedene Völker symbolisch beschrieben, mit der finalen Hoffnung, dass Gott sein Volk irgendwann von der Fremdherrschaft erlösen wird. Die genaue Herkunft des Orginaltextes ist ungeklärt: http://onthemainline.blogspot.de/2010/04/so-where-did-chad-gaya-come-from-anyway.html Das ‏פֶּסַח‎ (Pessach= “Vorüberschreiten“)  ist eines der wichtigsten Feste des Judentums; es soll an den Auszug aus Ägypten erinnern, der in der Bibel im 2. Buch Mose (Exodus lat. aus gr. Έξοδος = Auszug) geschildert ist und Teil des Tanach ist. Der Exodus ist als Teil des Alten Testaments auch in der Bibel und in ähnlicher Form auch im Koran erwähnt. Wie notwendig einerseits, aber beschwerlich anderersits die Flucht damals war, wird deutlich, wenn man sich die Symbolik des Sedertellers zu Gemüte  führt https://de.wikipedia.org/wiki/Seder und die Tradition des Omer-Zählens. Omer (Garben) war früher ein Maß für Getreide; täglich zwischen Pessach und Schawuot wurde eines am Tempel geopfert, um an die Entbehrung der Flucht zu Gedenken. Seit der Zerstörung des Tempels wurde die Tage nur noch symbolisch gezählt: „Heute sind es acht Tage, das sind eine Woche und ein Tag nach dem Omer.“ usw. Bis heute hat sich größtenteils die Tradition gehalten, dass Heiraten in diesem Zeitraum verboten ist.

Mehrmals wurden die Juden aus ihrem Siedlungsgebiet vertrieben und somit zu Gefangenen oder zumindest Fremden, z.B. im babylonischen Exil. Dort begann die (διασπορά diaspora = ‚Verstreutheit‘ https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Diaspora), die sich jedoch im Jahr 70 nach Christus nach der Scheitern eines bewaffneten Aufstandes gegen die Römer, bei welcher der Tempel in Jerusalem zerstört wurde,  noch verstärkte. Dabei versuchten die Römer mit der Umbennung der Provinz in “Palästina“ alle Erinnerungen an die Juden zu vernichten. Auch der Bar-Kochba-Aufstand änderte nichts an der grundlegenden Situation. Der Verlust des Tempels als geistiges Zentrum und die Erwartung einer Rückkehr wurde zu einer Leitidee jüdischer Identität, die bis heute wirkt. So wird unter Juden zu Neujahr der Spruch: “Nächstes Jahr in Jerusalem“ ausgetauscht, der die Hoffnung nach Einheit aller Juden in einer gemeinsamen Heimat widerspiegelt.

Inzwischen wird der Begriff Diaspora aber für verschiedene ethnische oder religiöse Gruppen verwendet, die ihre angestammte Heimat verlassen mussten. Dennoch haben sich v.a. die Juden niemals assimiliert in dem Sinne, dass sie von der eigentlichen Bevölkerung ununterscheidbar geworden wären. Diese erstaunliche Leistung liegt darin begründet, dass das Judentum sehr viele Traditionen kennt, die nicht aufgegeben wurden (z.B. das Pessachfest, Sukkot, Rosch Haschana, Hebräisch als Sakralsprache, die Gebot des Tanach, Bar Mitzwa, Schofarhornblasen). Das heißt jedoch nicht, dass durch die Flucht keine neuen Elemente aufgenommen wurde und sich die Juden nicht voneinander unterscheiden ließen: Es existieren beispielsweise die Sephardim (Spanien und Portugal) und die Aschkenasim (Mittel-/Nord-/Osteuropäische Juden). Letztere sprechen auch Jiddisch (‏יידיש‎ oder ‏אידיש‎, wörtlich jüdisch, kurz für jiddisch-daitsch, jüdisch-deutsch) eine Mischung aus Hebräisch, Deutsch mit vielen anderen romanischen und slawischen Sprachelementen.

Diese (teilweise gewünschte) Abtrennung von den restlichen Bevölkerungsgruppen  (schon 1084 entstand in Speyer das erste Ghetto) begünstigte jedoch auch die Entstehung des Antisemitismus. Bereits im Mittelalter kam es zu Verfolgungen: Das erste bekannte Progrom in Europa fand in den muslimischen Gebieten Spaniens statt: Das Massaker von Granada

(https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Granada )

Doch auch in Mitteleuropa waren die Juden nicht sicher: so wurde z.B. im Bauernkreuzzug (vor dem 1. Kreuzzug) Juden in Mainz von einem wütenden Mob getötet. Dieses Ereignis wird  im Judentum Gezerot Tatnu genannt. Kaum nachdem sich die jüdische Gemeinschaft Granadas wieder erholt hatte, wurde 1090 unter den Almoraviden ein weiteres Progrom verübt, welches zum Ende der goldenen Ära des Judentums in Spanien führte. Dennoch muss gesagt werden, dass damals die meisten Juden in den muslimischen Gebieten genauso wie die Christen nach Entrichtung einer Kopfsteuer eine vergleichsweise hohe Rechtssicherhheit und Religionsfreiheit besaßen, die es im restlichen Europa nicht gab und dass diese Progrome eher eine Ausnahme als die Regel darstellten.

Die Lage der Juden verschlechterte sich jedoch während der Zeit der Kreuzzüge zusehends: Einerseits in Europa, wo es immer wieder zu neuen Progromen kam, andererseits auch in Palästina, wo Kreuzfahrer wahllos Juden und Muslime töteten. Nach der Einnahme Jerusalems wurden kamen etwa 60.000 Juden und Muslime ums Leben. Unter Kaiser Friedrich II. genossen die Juden nach der Bezahlung einer Gebühr eine relative Sicherheit (Judenregal). Zur Zeit des schwarzen Todes hingegen starben etwa 1/3 der jüdischen Bevölkerung Europas  (ca. 1.000.000 Personen) durch die sogenannten Pestprogrome, weil sie als Urheber der Pest gesehen wurden. In der nachfolgenden Zeit forderte in Spanien die Inquisition weitere 60.000 jüdische Opfer und Juden wurden aus Frankreich, England, Spanien und Österreich vertrieben. Auch in der Ukraine wurden viele Juden während des Chmelnyzkyj- Aufstandes von orthodoxen Christen ermordet:

(https://de.wikipedia.org/wiki/Chmelnyzkyj-Aufstand).

Eine Möglichkeit, den Progromen zu entgehen, war die erneute Auswanderung, vor allem in die noch jungen Vereinigten Staaten von Amerika. In der nachfolgenden Epoche fanden nach den Hep-Hep-Unruhen die schlimmsten Verfolgungen im Russischen Reich statt (1821, 1881-1884,1903-1906, 1917-1921). Diese Eindrücke unter anderem veranlasste den Wiener Publizist und Journalist Theodor Herzl zu  seinem Bestseller ‚‚Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage‘‘, der die “Judenfrage“ wieder in das Zentrum des politischen Interesses rückte. Ein weiterer Grund war die in Frankreich stark umstrittene Dreyfuß-Affäre: https://de.wikipedia.org/wiki/Dreyfus-Aff%C3%A4re In seinem Buch schlug er vor, dass die Juden entweder in Argentinien oder aber in Palästina einen eigenen Staat gründen sollten, da diese niemals von den anderen Nationen akzeptiert würden. Damit gründete er die Bewegung des Zionismus. Seine Idee war es, einen aristokratischen Staat zu gründen, der laizistisch aufgebaut ist. Da die meisten Juden, zu denen Herzl Kontakt hatte, entweder deutschsprachig waren oder zumindest über das Jiddische eine Verbindung zur deutschen Sprache hatten, meinte er, Deutsch könnte am schnellsten und leichtesten die gemeinsame Sprache der Juden werden. „Wir können doch nicht Hebräisch miteinander reden. Wer von uns weiß genug Hebräisch, um in dieser Sprache ein Bahnbillett zu verlangen?“ – Der Judenstaat, Society of Jews und Judenstaat Weil die Schaffung dieses Judenstaates nur durch alle Juden bewerkstelligt werden könne, versuchte er die verschiedenen Bewegungen innerhalb des Judentums von ihrer Einheit zu überzeugen:

So stand sein Buch unter dem Motto: „Wir sind ein Volk, Ein Volk“-

Eine andere Meinung bezüglich der Sprache besaß der Journalist und Autor Eliezer Ben-Jehuda. Er erstellte das erste Wörterbuch in modernem Hebräisch, da das klassische Hebräisch seit dem 2. Jahrhundert nach Christus eigentlich nur als Sakralsprache angewendet wurde. Damit trug er zur Vervollständigung und Verbreitung des Irvit (modernes Hebräisch) bei, das heute neben Arabisch die Amtssprache des Staates Israels bildet. Auf den nachfolgenden Zionistenkongressen wurden die Grundlagen für eine „Heimstätte des jüdischen Volkes‘‘ gelegt in Palästina gelegt. Dass es in Palästina zu Problemen mit der ansässigen Bevölkerung kommen könnte, wurde sowohl von Herzl als auch von den anderen Teilnehmern weitgehend ausgeblendet. Um das nötige Kapital für Landkauf in Palästina zu erhalten, gründete er den Jewish Colonial Trust und als deren Zweigstelle  die Anglo-Palestine-Company (APC). Der Vorschlag Großbritanniens, statt Palästina im heutigen Kenia einen jüdischen Staat zu gründen, wurde abgelehnt (sog. Uganda-Programm).

Herzl starb zwar vorher, aber seine Ideen lebten weiter. Die zunehmende Emanzipation der Juden bei zeitgleicher Diskriminierung und Antisemitismus sowie unter Eindruck entstehender Nationalbewegungen wuchs der Wunsch nach einer Neugründung von ‚‚Erez Israel‘‘, dem Land der Väter. Über die Grenzen herrscht bis heute Uneinigkeit, was zu erheblichen Spannungen führt, da radikale Teile der Juden die Existenz eines Großisraels propagieren, dass Gebiete vieler arabischer Nationen im Nahen Osten umfasst. Ein wesentlicher Schritt für die Verwirklichung dieser Träume die Zionisten war hierfür die Balfour-Deklaration des damaligen britischen Außenministers. Hierin sagte er den Zionisten um der einflussreichen Rothschild-Familie seine Unterstützung bei der Schaffung einer „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ zu. Nach der Aufteilung des ehemaligen Osmanischen Reiches zwischen Frankreich und Großbritannien https://de.wikipedia.org/wiki/Sykes-Picot-Abkommen hoffte man so, Palästina langfristig in das Commonwealth integrieren zu können.

Bei einem Treffen zwischen dem Vorsitzenden des Zionistenkongresses Chaim Waizmann und dem Sohn König Husseins, Faisal, bestätigte dieser, jüdische Nationalbestrebungen unterstützen zu wollen. In einer Gedenkschrift erinnerte er sich: „Die Juden stehen den Arabern blutsmäßig sehr nahe und zwischen den beiden Völkern gibt es keinen Konflikt der Charaktere. Grundsätzlich besteht zwischen uns absolutes Einvernehmen. ‘‘ Wie unrecht er haben sollte, sollte sich noch herausstellen. In dieser Phase stieg die Zahl der Alija (hebräisch עלייה, wörtlich „Aufstieg“; Plural Alijot) ständig an. Als A. bezeichnet die Bibel  und das Judentum die Rückkehr von Juden als Einzelnen oder Gruppen in das  Gelobte Land, wobei die Teilnehmer einer Alija als Olim bezeichnet werden (Singular: fem. Olah, mask. Oleh).

Das Nationalverständnis der Flüchtlinge nach innen und außen wurde mit dem Aufkommen des Nationalbegriffs im 19. Jhd. ziemlich komplex: Während alle ethnische Italiener, Deutsche, Franzosen etc. diese Bevölkerunsgruppe unter dem Begriff Juden subsumierte, sahen diese sich als (jüdische) Italiener, Franzosen usw. Das führte auch dazu, dass viele Juden im ersten Weltkrieg für ihre Vaterländer in den Krieg zogen (https://de.wikipedia.org/wiki/Judenz%C3%A4hlung), zahlreiche Orden erhielten und große Veluste zu beklagen hatten. Doch die antisemitischen Strömungen im Deutschen Reich sahen über die Ergebnisse der geheim gehaltenen Judenzählung hinweg und versuchten mit der Dolchstoßlegende den Juden die Schuld für den verlorenen Krieg zuzuschieben, was diese tief in ihrem Ehrgefühl kränkte. (http://www.dw.com/de/juden-im-ersten-weltkrieg/a-17808361). Ein Beispiel für die Radikalisierung der rechtsextremen Antisemiten ist die Ermordung des deutsch-jüdischen Außenministers Walther Rathenau, nachdem bereits verbal Stimmung gemacht wurde:  „Schlagt tot den Walther Rathenau, die gottverdammte Judensau“

Auch in Italien gab es Ressentiments gegen Juden. Obwohl das italienische Außenministerium noch im Frühjahr 1938 verkündete, Italien kenne keine antisemitische Politik („Das Problem existiert bei uns nicht“), wurden bereits im Oktober erste Rassengesetze gegen die 50.000 italienische Juden verabschiedet. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass ca. 5.000 Juden (10%) damals noch in der Faschistischen Partei Italiens waren. Deren Mitgliedschaft wurde de facto durch die neuen Gesetze beendet. (http://www.resistenza.de/index.php/verfolgung/verfolgung-juedischer-menschen/62-verfolgung-von-jdischen-menschen-in-italien). Obwohl in Italien selbst viele Faschisten gegen die Deportation der Juden war, gab es auch Protagonisten wie den „fanatische Judenhasser“ (Klinkhammer) Giovanni Preziosi; er bekam die Leitung des neugeschaffenen „Rassen und Bevölkerungsamts“ und befürwortete die „totale Eliminierung der Juden“. Letztendlich wurden nach der deutschen Besetzung Oberitaliens aus dem Lager Fossoli 8.000-9.000 Juden deportiert.

Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus und dem sich radikalisierenden Judenhass in den arabischen Ländern begann die schwärzeste Zeit für das Judentum weltweit. Viele Juden versuchten aus dem nationalsozialistischen Deutschland zu emigrieren, vor allem in die USA und die Schweiz. Und obwohl im Nachhinein von den Amerikanern der Kampf gegen Nazi-Deutschland auch als Kampf für Menschenrechte und zum Schutz vor Gräueltaten der Nazis deklariert worden ist, war die Unterstützung dieser sehr bescheiden. Im Gegenteil, da die USA zu dem Zeitpunkt Probleme mit massiver Einwanderung hatten, wurde diese stark reglementiert: Emergency Quota Act (1921)+ Immigration Act (1924). Dies wurde nicht mal geändert, als schon Meldungen von KZs und Giftlagern ankamen. Großbritannien, welches nach den 1. Weltkrieg ein Völkerbundsmandat für Palästina erhielt, widerrief  während der Novemberprogrome im Dt. Reich die Balfour-Deklaration und  reglementierte den Juden die Einreise nach Palästina (MacDonald-Weißbuch von 1939). Das Gebiet des künftigen jüdischen Staates wurde wesentlich verkleinert. Damit sollte die arabische pro-deutsche und antisemitische Strömung unter Einfluss des arabisch-nationalistischen Jerusalemer Obermuftis Mohammed Amin al-Husseini beruhigt werden. Das diese Beschränkungen genau während des 2. Weltkrieges kamen, war natürlich eine Katastrophe für die Juden. Al-Huseini, der auch das Amt der Präsidentschaft des obersten islamischen Rats innehatte, suchte aufgrund seiner Gesinnung auch demonstrativ die Nähe zu Adolf Hitler und befürwortete die Vernichtung der europäischen Juden im dt. Reich. Hitler selbst bereute es gegen Ende des Krieges aus Rücksichtnahme gegenüber seinem Verbündeten Italien und dem besetzten Frankreich nicht mehr auf die Zusammenarbeit mit den Arabern gesetzt zu haben, obwohl er diese als rassisch minderwertig betrachtete. Abgesehen von der Verbreitung dt. Propaganda auf Arabisch, erklärte der französische Innenminister im  Mai 1945 rückblickend, dass er die „Leitfigur deutscher Spionage in allen muslimischen Ländern‘‘ gewesen sei. Nach dem zweiten Weltkrieg gelang es ihm trotz einer Anklage als Kriegsverbrecher, mit Billigung westlicher Staaten in Ägypten Asyl zu beantragen und dort weiter gegen Juden zu hetzen. Bereits 1929 war er am Massaker von Hebron beteiligt, in dem alle 800 Juden dieser Stadt getötet oder vertrieben wurden. Ein Versuch der durch England unterstützen Juden, Huseini zu töten, schlug fehl.  Nach dem Sieg der Alliierten in der zweiten Schlacht von El-Alamein rief er zum Dschihad gegen die Juden: „Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine Brüder im Islam! Tötet die Juden! Tötet sie alle!“ Auch nach dem Weltkrieg verlor er für extreme Muslime nichts an seiner Strahlkraft: Der Führer der Muslimbruderschaft, Hassan al-Banna, pries 1946 den Mufti mit den Worten: „Der Mufti ist so viel Wert wie eine ganze Nation. Der Mufti ist Palästina, und Palästina ist der Mufti. O Amin! Was bist Du doch für ein großer, unbeugsamer, großartiger Mann! Hitlers und Mussolinis Niederlage hat Dich nicht geschreckt…etc. ‘‘ Um der rapiden Verschlechterung der Bedingungen im pro-deutschen Irak und dem Einflussgebiets des Muftis gegenüber zu treten, gründeten die Juden die paramilitärische Untergrundorganisation Hagana (Die Verteidigung), deren zweites erklärtes Ziel es war, möglichst viele Juden entgegen des britischen Weißbuches nach Palästina zu schmuggeln. Diese Organisation, die 1920 erst etwa 100 Mitglieder hatte, bestand nach dem Massaker von Hebron (siehe oben) 1936 bereits aus 10.000 aktiven und 40.000 einsatzbereiten Kämpfern, die Waffen aus Syrien schmuggelten und Granaten im Eigenbau herstellten. Als radikal-zionistische rechte Abspaltung aus dieser entstand die terroristische Irgun Tzwa’i Le’umi ‚‚Nationale Militärorganisation‘‘. Sie führte Anschläge gegen Araber und die britische Mandatsmacht durch. Sie wurde 1948 aufgelöst. Von ihr wiederum spaltete sich die Lechi ein Akronym für: ‚Kämpfer für die Freiheit Israels‘ ab.

Inzwischen hatte sich die Lage seit der Machtergreifung  der nationalsozialistischen NSDAP im dt. Reich wesentlich verschlechtert; die Juden wurden Stufe um Stufe entrechtet, vor allem mit den Nürnberger Gesetzen von 1935. Durch die Eroberung Frankreichs, Polens, Jugoslwaiens, Griechenlands und die Besetzung Finnlands, Dänemarks und der Benelux-Staaten fielen Millionen von Juden unter deutsches Herrschaftsgebiet. Allein in den besetzten Gebieten der Sowjetunion lebten schätzungsweise 2,5 Millionen Juden. 1938 kam es zu der landesweiten Reichsprogromnacht gegen die jüdische Bevölkerung des dt. Reichs, die von den Nazis euphemistisch als Reichskristallnacht bezeichnet wurde.Ursprünglich wurde noch ein Plan verfolgt, alle Juden in das zu Frankreich gehörende Madagaskar auszusiedeln und dieses zu einem Judenstaat unter deutschen Oberhoheit umzubauen, der Madagaskarplan https://de.wikipedia.org/wiki/Madagaskarplan Ob dieser Plan ernsthaft erwogen worden ist, ist jedoch nicht ganz sicher. Als sich aber rausstellte, dass das logistisch unmöglich war  (selbst bei Inkaufnahme hunderttausender Tote durch inhumanen Transport bei der Vertreibung) und  das dt. Reich durch Angriffe der Transporte von US-Amerikaner und britische Marine gefährdet waren, wurde die Idee wieder fallen gelassen. Zudem weigerte sich das besiegt französische Regime, dem dt. Reich Madagaskar zu überlassen. Zeitgleich wurden die Juden in Ghettos und KZs  und Arbeitslager zusammengeführt und vom Militär in zahllosen Massakern und Todesmärschen wahllos ermordet, bis 1942 bei der Wannseekonferenz die Organisation der Deportation und Vernichtung der Juden im Osten Europas (Endlösung der Judenfrage) ausgearbeitet wurde. Dies war die Geburtsstunde des systematischen Holocausts (holon=ganz, vollständig; causton= verbrannt), der bereits 1941 begann. Dieser Begriff wird vorwiegend für Juden und eher selten für andere ermordete Bevölkerungsgruppen wie Sinti und Roma verwendet. Die Juden selbst bezeichnen dieses Ereignis aus verschiedenen Gründen bevorzugt als Shoah (Katastrophe, großes Unglück), u.a. weil sie den Begriff Holocaust als Euphemismus empfinden. Diese Ereignisse wurden zu einem prägenden Erlebnis für alle Überlebende, Opfer wie Täter, darüber gibt es unzählige Literatur, Erfahrungsberichte, Historikermeinungen etc.  Deshalb wird hier jetzt nicht darauf genauer eingegangen. Lesetipps hierzu sind beispielsweise die Literatur Primo Levis: Ist das ein Mensch?- Anne Franks Tagebücher; Anne Seghers: Das siebte Kreuz und zahlreiche Filme wie Holocaust: Die Geschichte der Familie Weiß oder Schindlers Liste. Es wird davon ausgegangen, dass der Holocaust ca. 5,6- 6,3 Millionen Menschen das Leben kostete. Nach dem Krieg wurden die Überlebenden der Vernichtungslager meistens in vorübergehenden Lagern in ihre Ursprungsländer zurückgeführt und galten dort als displaced persons (dp). Es muss gesagt werden, dass in allen besetzen Ländern neben Nationalsozialisten auch Kollaborateure aus diesen Staaten maßgeblich beteiligt waren, bspw. in Kroatien die Ustascha. Luxemburg bspw. sieht sich bis heute nur als Opfer, obwohl das nachgewiesene Maß falsch ist, da sie u.a. die Nürnberger Gesetze sogar freiwillig übernommen haben https://de.wikipedia.org/wiki/Kollaboration Dazu kommt auch noch das frz.

Vichy-Regime, die ungarischen Pfeilkreuzler und die Russische Befreiungsarmee (die gegen Sowjetrussland auf deutscher Seite kämpfte). Selbst in Südafrika, Schweiz und Irland gab es starke faschistische Bewegungen. Jedoch gab es auch Positivbeispiele, so z.B. ermöglichte Dänemark die Ausreise von Juden in das neutrale Schweden und Finnland verweigerte die Auslieferung von Juden (außer kommunistischen Juden aus Angst vor der Sowjetunion). Auch Bulgarien- ebenfalls Verbündeter der deutschen- widersetzte sich der Auslieferung vehement. Zudem gab es auch in Deutschland vereinzelt Widerstand (Weiße Rose, Dietrich Bonhoeffer, Oscar Canaris, Stauffenberg usw.)

Doch zurück nach Palästina: Nach dem gemeinsam an derselben Front (Lawrence of Arabia) gekämpften ersten Weltkrieg wurde der von Großbritannien den Arabern versprochene großarabische Staat nicht errichtet. Dies führte zu in Zusammenhang mit der Balfour-Deklaration zu arabischen Widerstand gegen die jüdische Zuwanderung und zum Großen Arabischen Aufstand (1936-1939)

und dem darauffolgenden Kurswechsel in der britischen Politik (siehe oben). Die Juden hatten inzwischen neben der Hagana (ebenfalls oben) die Jewish Agency gegründet, die eine Selbstverwaltung ermöglichen sollte. So entstanden die Kibbuzim (sozialistisch-utopische Kollektivsiedlungen), deren Kernelemente Gleichheit, soz. Gerechtigkeit, Solidarität und direkte Demokratie waren. Schließlich schlug Großbritannien nach einer Begutachtung der Lage durch die Peel-Kommision eine Teilung Palästinas vor, bis nach der Delegation dieser Aufgabe an die UNO von der UN 1947 ein Teilungsplan vorgeschlagen wurde: https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Teilungsplan_f%C3%BCr_Pal%C3%A4stina . Die Peel-Kommision stellte fest, dass Araber und Juden nicht in einem Staat leben können. Da Großbritannien die Einwanderung nicht wie geplant stoppen konnte und an internationalem Ansehen verlor, erstarkten die jüdischen Bewegungen erneut, weil Chaim Waizmann verkündete: ‚‚Jeder Jude hat das Recht, nach Palästina zu gehen‘‘, was die Basis des bis heute bestehenden Rückkehrabkommens bildet. Dies führte natürlich zu mehr arabischer Gewalt (s.o.) Deswegen wurde am 29. November 1947 mit 33 Ja zu 13 Nein-Stimmen bei 10 Enthaltungen die Resolution 181 verabschiedet Diese sah eine Niederlage des brit. Mandats und die Gründung eines arabischen und eines jüdischen Staats vor. Noch vor dem offiziellen Ablauf des britischen Mandats am 15. Mai 1948 gründeten die Juden am 14. Mai 1948 den Staat Israel; die Araber jedoch keinen arabischen Staat. Das hatte damit zu tun, dass die Juden die Staatsgründung von langer Hand planten, während die Araber viel zu zerstritten waren und zu schlecht organisiert, um so eine Staatsgründung in Angriff zu nehmen. Dies führte letztendlich zu einem Bürgerkrieg zwischen Arabern und Juden. Daher kam es in den anderen arabischen Ländern zur massenhaften Vertreibung der Juden aus arabischen und islamischen Ländern (hebräisch ‏יציאת יהודים ממדינות ערב‎ Yetziat yehudim mi-medinot Arav; arabisch ‏التهجير الجماعي لليهود من الدول العربية والإسلامية‎ at-tahdschīr al-Dschamāʻī lil-yahūd min ad-duwal al-ʻarabīya wal-islāmīya, auch Jüdische Nakba genannt) Sie war der Exodus, die Flucht, Vertreibung und Massenauswanderung von 850.000 Juden hauptsächlich sephardischer und mizrachischer Herkunft aus arabischen und muslimischen Ländern von 1948 bis in die 1970er Jahre, die abgeschwächt bis heute anhält (inzwischen etwa 1.000.000 insgesamt). Ferner umfasste die Jüdische Nakba auch erzwungene Konversionen vom Judentum zum Islam. Seit den 70er Jahren existieren de facto keine größeren jüdischen Gemeinden in der arabischen Welt, heutzutage leben in muslimischen Ländern des Nahen Ostens gerade einmal 33.000-36.000 Juden, die meisten von ihnen im Iran oder der Türkei. Diese Flüchtlinge bilden einen großen Anteil an den Einwohnern des Staates Israels, allein 260.000 von ihnen erreichten Israel zwischen 1948 und 1951 und machten 56 % der gesamten Einwanderung des neu gegründeten Staates Israel aus. Bis 2002 machten Juden aus arabischen Ländern und ihre Nachkommen fast die Hälfte der Bevölkerung Israels aus. Die Juden flohen vor allem wegen Gewaltakten z.B. Farhud (Bagdad), Angriff auf die Menarscha-Synagoge, Pogrom von Aleppo, Pogrome von Oujda and Jerada, Pogrome von Kairo, Pogrom von Tripolis (1945), Pogrom von Manama, Pogrom von Aden, Pogrom von Tripolis (1948)…

Wikipedia: ‚‚Die Gründe für den massenhaften jüdischen Exodus umfassten Push-Faktoren wie Antijudaismus, Antisemitismus, kriegerische Zwangsmaßnahmen, politische Instabilität, Verfolgung und Vertreibung, zusammen mit den Pull-Faktoren wie dem Wunsch, zionistische Sehnsüchte zu erfüllen oder einen besseren wirtschaftlichen Status sowie eine gesicherte Heimat in Europa und Amerika zu finden‘‘ Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Judenvertreibungen_aus_arabischen_und_islamischen_L%C3%A4ndern#cite_note-ben-1

Nun hätte man meinen können, dass die Juden nach der Shoah eigentlich einen möglichst humanen Krieg führen müssten (wenn es so etwas gibt) und die Zivilbevölkerung außen vor lassen. Jedoch kam es bereits im April 1948 im Zuge der Eroberung Jerusalems zu einem Massaker an den etwa 200 Bewohnern in Deir Yasin, der auch die internationale Presse schockierte. Dabei warfen Einheiten der Irgun und Lechi im Kampf gegen arabische Kämpfer im Dorf Granaten durch die Fenster, was die hohe Zahl der toten Zivilisten erklärt. Dies wiederum führte bis zum Jahresende 1948 zu einer Massenflucht von über 700.000 arabischen Palästinensern. Diese flüchteten zum Teil ‚‚freiwillig‘‘, wurden zu Teilen aber auch aus israelisch kontrolliertem Gebiet vertrieben. Noch grotesker wurde die Situation, als schon im selben Jahr gegen Widerstand aus der ganzen Welt (auch von bekannten Juden wie Albert Einstein) Israel eine Siedlung für radikal-zionistische Juden in Deir Yasin baute.

Es folgten in den nächsten Jahren sechs Kriege zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarstaaten.

Dabei spielte der Kalte Krieg eine bedeutende Rolle: Während die Sowjetunion ein Bündnis mit Syrien besaß (siehe hierzu auch die Position Russlands im syrischen Bürgerkrieg) und mit einigen arabischen Staaten die palästinensische PLO unterstützte, verstand sich die USA aus strategischen und wirtschaftlichen Interessen als Schutzmacht Israels. Daraus resultieren bis heute die Spannungen in diesem Gebiet. Das war in etwa die Geschichte bis zur Staatsgründung. Im Folgenden hier noch eine Zusammenfassung der größten Streitigkeiten bis zum heutigen Tag. Natürlich ist das längst nicht alles, aber es ist ja auch nur ein grober Überblick 😉 Für mehr Infos einfach selber informieren 😀

1.2 Konflikte seit der Staatsgründung

1.2.1. Beteiligte

Israel ßà arab. Palästinenser

Diese Konflikte forderten im Zeitraum von 1948-2009 etwa 14.500 Opfer

Israel ßàarab. Staaten in der Region

Stellvertreter:

USAßà UdSSR (Russland)

 

1.2.2. Die Nahostkriege

Überblick (aus Wikipedia):

Kriege Israels mit arabischen Staaten: Israelischer Unabhängigkeitskrieg 1947–1949 | Sueskrise 1956/57 | Sechstagekrieg 1967 | Abnutzungskrieg 1967–1970 | Jom-Kippur-Krieg 1973 |

Kriege und Konflikte Israels mit nichtstaatlichen Akteuren im Libanon: Operation Litani 1978 | Libanonkrieg 1982 | Operation Verantwortlichkeit 1993 | Operation Früchte des Zorns 1996 | Libanonkrieg 2006

israelisch-palästinensische Konflikte: Erste Intifada 1987-1993 | Zweite Intifada 2000-2005 | Operation Gegossenes Blei 2009 | Operation Wolkensäule 2012 | Operation Protective Edge 2014

Zusammenfassung:
  1. Palästinakrieg (auch: 1. arabisch-israelische Krieg , israelischer Unabhängigkeitskrieg, Nakba= arab. Katastrophe) fand im Zeitraum vom 30. Nov. 1947-20. Juli 1949 statt. Dabei kämpften die

Hagana, Palmach, Irgun, Lechi für die Unabhängigkeit Israels. Nach der Staatsgründung am 15. 05. 1948 kämpfte dann offiziell der Staat Israel gegen die Armee des Heiligen Krieges (aus Palästinensern) und die von der arabischen Liga zusammengestellte Arabische Befreiungsarmee sowie Ägypten, Transjordanien, Libanon, dem Königreich Irak, Saudi-Arabien und Syrien. Diese wurden dabei durch das Königreich Jemen, Marokko und Pakistan unterstützt. Weil ein Waffenembargo der westlichen Staaten gegenüber den Kriegsparteien herrschte, kauften Israel Waffen aus dem Ostblock (z.B. der Tschechoslowakei). Die Tatsache, dass das den arab. Staaten nicht gelang, führte u.a. zur Niederlage dieser.

Folgen: Vertreibung von 750.000-800.000 Palästinensern (nach Westbank, Libanon, Gaza-Streifen usw.), Sieg der jüdischen Nationalbewegung. Trotz der Niederlage gelang es Transjordanien mit britischer Unterstützung das Westjordanland zu besetzen. Ägypten besetzte den Gaza-Streifen.

  1. Suezkrise (auch: 2. arabisch-israelische Krieg, Sueskrise, Sinai-Krieg, Sinai-Feldzug)

Der Kriegsgrund war die Verstaatlichung des Sueskanals durch Ägypten und die darauffolgende Sperrung des Akaba-Golfes und des Sueskanals für israelische Schiffe. Dabei versuchten Frankreich und Großbritannien den ägyptischen Präsidenten als ‚Hitler bzw. Mussolini am Nil‘ darzustellen.

Große Teile der westlichen Bevölkerung jedoch verstanden den Angriff auf Ägypten wie die Niederschlagung des Ungarn-Aufstands 1956 durch die Sowjetunion als ungerechtfertigte spätkoloniale/-imperialistische Einflussnahme. Diese bis dahin  als „letzte Entfaltung des imperialen Machismo“  bezeichnete Aggression löste weltweit Empörung und Kritik aus. Insgesamt führten sie zu einer näheren Anbindung zwischen Ägypten und Sowjetunion. Dabei standen sich während des Krieges (29. Okt. 1956-März 1957) 34.000 französische, 45.000 britische und 175.000 israelische Soldaten 70.000 ägyptischen Soldaten gegenüber. Die Verluste der Ägypter betrugen etwa 1.900 Soldaten sowie 4.900 Verwundete und 6.185 Kriegsgefangene, während die anderen zusammen etwa 200 Soldaten und 1.028 Verwundete zu beklagen hatten.

Weil weder die USA noch die Sowjetunion den Angriff unterstützten, gewann Ägypten politisch, obwohl sie militärisch verloren hatten. Infolge des UN-Waffenstillstands und der Schaffung einer UN-Mission an der ägyptisch-israelischen Grenze wurde der Sueskanal internationalisiert.

  1. Der Sechstagekrieg (auch: 3. arabisch-israelische Krieg, Junikrieg) dauerte vom 5. bis 10. Juni 1967. Er wurde durch die Blockade der Meerenge von Tiran ausgelöst. Dieser Krieg war der bedeutendste Nahost-Krieg seit der Gründung Israels und hat Auswirkungen bis heute. Er forderte auf Seiten Israels etwas 700 Tote und 2.563 Verwundete. Die Verluste auf der arabischen Seite sind nicht geklärt sie liegen wahrscheinlich zwischen 20.000-35.000 Personen, von ihnen der Großteil Ägypter und dann Jordanier. 6.000 Ägypter gerieten in Kriegsgefangenschaft, jedoch nur 15 Israelis.

Der Krieg begann mit einem Überraschungsangriff ohne Kriegserklärung, dabei konnte von Israel ein Großteil der ägyptischen Luftwaffe zerstört werden (Ägypten verlor 80% seiner militärischen Ausrüstung). Im Krieg kämpften das von den Vereinigten Staaten unterstütze Israel gegen Ägypten, Syrien und Jordanien, wobei diese Hilfe von dem Irak, der Sowjetunion (mit Militärberatern) und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) bekamen. Weiterhin auf deren Seite befanden sich Kuwait, Algerien und Saudi-Arabien, die zwar Truppen mobilisierten, aber nicht einsetzten. Der Krieg endete in einem Sieg für Israel und somit in einer katastrophalen Niederlage für die arabischen Verbündeten. Er führte zur israelischen Eroberung des Gaza-Streifens und der Sinai-Halbinsel von Ägypten, des Westjordanlands und Ostjerusalems von Jordanien und der Besetzung der Golan-Höhen (vorher Syrien). Bei der Eroberung der Golan-Höhen wurden schätzungsweise 120.000 Araber, vom Westjordanland sogar 175-250.000 Araber vertrieben. Statt jedoch den in der UN-Resolution 242 geforderten Rückzug von den besetzten Gebieten zu veranlassen, wurden nach dem Allon-Plan von  Israel extra jüdische Siedler in diesem Gebiet angesiedelt. Dies wiederum führte unter den arabischen Staaten zur Khartum-Resolution, die da lautet: „Kein Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel, keine Anerkennung Israels.“

Diese Linie wurde offiziell erst mit der Arabischen Friedensinitiative 2002 aufgegeben, wobei diese von Israel nicht anerkannt wird. Sie sieht ein Rückzug Israels auf die Grenzen vor 1967 zu, im Gegenzug dazu erkennen die arabischen Staaten Israels Existenzrecht an. Obama befürwortet diese Initiative. Nach einem Separatfrieden mit Ägypten nach Verhandlungen in Camp David 1982, erhielt Ägypten den Sinai von Ägypten zurück. Die Besetzung des Gaza-Streifens durch Israel hingegen wurde erst 2005 aufgehoben.

  1. Der Abnutzungskrieg (auch Ermüdungskrieg), der von Juni 1968- 7. August 1970 stattfand, entstand weil Ägypten seine Niederlage im vorangegangen Krieg nicht einsehen konnte und wollte. Er führte zu keinerlei Gebietsgewinnen. Dennoch kamen bei ihm in Israel 1.424 zu Tode (davon mehr als 127 Zivilsten) und 2.000 wurden verwundet (mind. 700 Zivilisten). Ägypten, die zeitweise von bis zu 15.000 Militärberatern aus der Sowjetunion unterstützt wurden, verloren zwischen 5-10.000 Personen.

Israel verlor zudem 15-16, Ägypten etwa 110 Kampfflugzeuge. Um Israel besser verteidigen zu können, wurde die Bar-Lew-Linie zu Ägypten verstärkt.

  1. Jom-Kippur-Krieg (auch: 4. arabisch-israelische Krieg, Oktoberkrieg) fand zwischen 6. bis 26. Oktober 1973 statt und war auch ein Stellvertreterkrieg im Kalten Krieg. Dabei kämpfte Israel (die mit 2.200.000.000$ von den USA unterstützt wurden) gegen Ägypten und Syrien (die von der Sowjetunion mit Militärberatern und 3.500.000.000$ unterstützt wurden). Letztere bekamen Hilfe von  Jordanien, Irak, Marokko, Lybien, Sudan und dem kommunistischen Kuba. Insgesamt standen etwa 300.000 Israelis etwa 830.000 Arabern (davon  650.000 Ägyptern und 150.000 Syrer) gegenüber. Israel verwendete im Kampf 1.700 Panzer (wovon 400 zerstört und 600 beschädigt wurden) und 488 Flugzeuge (Verlust: 102), wohingegen den Gegnern Israels am Anfang 4.910 Panzer (1.000-2.000 zerstört) und 1.150 Flugzeuge (Verlust 432) zur Verfügung standen. Dies verdeutlicht die Dimensionen dieses Krieges, dem 2.656 israelische Soldaten zum Opfer fielen (7.250 Verwundete, 340 Kriegsgefangene), wohingegen die Koalition der arabischen Nationen zwischen 7-15.000 Gefallene aufwies, zudem zwischen 20-30.000 Verwundete. Der Krieg begann mit einem Überraschungsangriff während des höchsten jüdischen Feiertages Jom-Kippur (daher der Name) und großen Gebietsgewinnen der Araber. Entgegen allgemeiner Erwartungen gelang es Israel jedoch sehr schnell (in 24 h) sein Militär zu mobilisieren und bald Gegenoffensiven zu starten.

Er endete mit der Resolution 338 des UN-Sicherheitsrats, die jedoch genauso wenig wirksam war wie die vorangegangene Resolution 242 (s.o), auf die diese sich bezog. Darüber hinaus führte der Krieg zur Ölkrise, die auch die westlichen Länder unmittelbar betraf.

  1. Die Operation Litani fand zwischen 14. März–21. März 1978 statt und war die erste große Auseinandersetzung mit dem nördlichen Nachbarn Israels, dem Libanon. Zum Libanon vergleiche auch 1.2.3. Der Auslöser für diesen Krieg waren Anschläge der PLO in Israel. Deswegen besetzte die israelische zusammen mit der südlibanesischen Armee mit 25.000 Soldaten den Südlibanon.

Die geschätzten 10.000  PLO- Kämpfer zogen sich als Folge dessen unter schweren Verlusten (1.000-2.000 Tote) in den Norden zurück. Zum Vergleich: Israel verlor 20 Soldaten.  Dieser Konflikt führte zur Vertreibung von etwa 280.000 Libanesen.

  1. Libanonkrieg (auch: Libanon-Feldzug) Zeitraum: 6. Juni -Sep. 1982. Nach der Ausweitung des libanesischen Bürgerkriegs kam es am 3. Juni 1982 zu einem Anschlag auf den israelisch en Botschafter Schlomo Argov. Als casus belli begründete dieser den Krieg Israels an Seite der Südlibanesischen Armee und den Forces Libanaises gegen die PLO und Murabitun-Miliz. Diese wiederrum wurde von Syrien, der Amal-Miliz und der Libanesische Komm. Partei bekräftigt.

Dabei besetzten 78.000 israelische Soldaten von 1982-1985 den südlichen Libanon, in den folgenden Jahren wurde eine israelische Sicherheitszone durch die SLA aufrechterhalten (1985-2000). Der Krieg führte letztendlich zur syrischen de-facto Besetzung des Libanons bis 2005. Während die 15.000 Soldaten der PLO sich aus dem Libanon zurückziehen mussten, wird der südliche Teil der Hauptstadt Beirut und der südliche Libanon insgesamt zu großen Teilen bis heute von der schiitischen Terror-Miliz Hisbollah beherrscht. Die Verluste Israels betrugen 675, die der anderen Kriegsparteien 9.798.

 

  1. Erste Intifada

Die erste Intifada, die von Dezember 1987 bis 1993 stattfand, war im Gegensatz zu den anderen Kriegen ein innerstaatlicher Konflikt zwischen Juden und Palästinensern. Er entstand, nachdem sich die weitgehend friedlichen Proteste von Palästinensern für mehr Rechte beidseitig zu einer Eskalation der Gewalt führten. Da die meisten verwickelten Palästinenser, junge, gewaltbereite, arbeitslose, frustrierte Jugendliche waren, die keine Waffen besaßen, wurden oft Steine oder Molotov-Cocktails geworfen, weshalb diese Auseinandersetzung auch als ‚‚Krieg der Steine‘‘ bekannt wurde. Dies erklärt auch die Opferzahlen: Während im Konflikt 18 Israelis starben und 3.391 verletzt wurden, kamen 690 Palästinenser zu Tode und wurden 12.000 verletzt. Dabei kämpften israelische Ordnungskräfte und Militär gegen PLO, die Hamas, und die Volksfront zur Befreiung Palästinas.

Aber genauso viele (700-1.000) oder sogar mehr Palästinenser starben durch ihre eigenen Landsleute, weil sie für Kollaborateure gehalten wurden. Während der Intifada wurde zudem publik, dass Teile des israelischen Geheimdienstes massive Folter und Erpressung bei P. einsetzten. Da das jedoch keine Wirkung zeigte, wurde zu härteren Methoden übergegangen:

‚‚Steinewerfern wurden von Soldaten die Arme und Beine gebrochen, ein Videobericht davon schockierte die ganze Welt. Der israelische Verteidigungsminister Jitzchak Rabin hatte die Armee aufgerufen, mit „Macht, Kraft und Prügel“ die Ordnung wiederherzustellen und erhielt daraufhin in der arabischen Welt den Beinamen „Knochenbrecher“. Dennoch scheiterte Rabins sogenannte „Breaking of Bones“-Strategie in ihrem Versuch den Widerstand zu brechen, zog aber schwere Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung nach sich. Nach einem Bericht der Hilfsorganisation Save the Children aus dem Jahr 1990 benötigten schätzungsweise zwischen 23.600 und 29.900 palästinensische Kinder nach den ersten zwei Jahren dieses Vorgehens der IDF medizinische Versorgung wegen Verletzungen durch Stockschläge. 30 % dieser Kinder waren jünger als zehn Jahre alt, 20 % waren jünger als 5 Jahre alt. Ehud Barak, damals stellvertretender Stabschef, gab zwar die Richtlinie aus, Schüsse auf Kinder zu vermeiden, dennoch wurden 106 Kinder erschossen, die meisten davon durch gezieltes Feuer. ‘‘ Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Intifada

Der durch den Krieg entstandene Schaden wird auf etwa 158 Millionen Dollar geschätzt. Das Ergebnis der Intifada war der Osloer Friedensprozess, der jedoch nach dem Tod des israelischen Premierministers Rabin (ermordet durch einen ultraorthodoxen Juden), wieder ins Stocken geriet und die Grundlage für die zweite Intifada schuf. Dennoch ist die Intifada ein wichtiger Schritt der Palästinenser auf dem Weg zu mehr Autonomie gewesen.

  1. Bei der Operation Verantwortlichkeit (auch: Siebentagekrieg); Zeitraum: 25. Juli bis 31. Juli 1993 handelte es sich erneut um einen Krieg mit dem Libanon aufgrund vorangehender Angriffe der Hisbollah auf das israelische Militär. Dabei wurden 120 Zivilisten getötet und die UNO warf deswegen sowohl der Hisbollah als auch der israelischen Armee eine Verletzung des Kriegsrechts vor. 8-50 Hisbollah-Kämpfer und ein israelischer Soldat starben. Das Ergebnis war eine umfangreiche Zerstörung libanesischer Infrastruktur und ein Waffenstillstand für zivile Ziele,

der jedoch im folgenden Krieg nicht eingehalten wurde. Während der Operation wurden etwa 300.000 Libanesen vertrieben.

  1. Die Operation Früchte des Zorns , die vom 11. bis 27. April 1996 stattfand, war bereits der dritte Konflikt mit dem Libanon. Der casus belli waren erneut Anschläge der Hamas auf Israel. Der Krieg zerstörte die noch verbliebene libanesische Infrastruktur noch weiter. Bei dieser Auseinandersetzung wurden 154 bis 170 Zivilisten getötet und 350 verletzt. Aufgrund von Radioansagen  der verfeindeten Parteien in Landessprache, die zur Flucht aufriefen, kam es erneut im Grenzgebiet zur Massenflucht. 350.000-500.000 Flüchtlinge flohen aus dem Libanon, aber auch aus dem Norden Israels flohen 20.000-30.000 Menschen. Das Ergebnis war erneut ein- ebenso brüchiger-

Waffenstillstand für zivile Ziele.

  1. Die Zweite Intifada (auch Al-Aqsa Intifada oder Oslokrieg) begann im September 2000 und endete erst endgültig im Februar 2005 mit einem Waffenstillstand zwischen dem israelischen Ministerpräsident Ariel Scharon und Palästinenserführer Mahmud Abbas in Sharm El-Scheich. Der casus belli war der Besuch des Tempelberges durch ebendiesen Scharon, der von schwerem Polizeiaufgebot begleitet wurde. Auch wenn nicht sicher ist, ob die Palästinensische Autonomiebehörde die nachfolgenden Aufstände angeordnet hat, so hat sie sie zumindest geduldet.

Bei den Auseinandersetzungen bekämpfte Israel die radikale Hamas-Bewegung und die etwas moderatere Fatah, die PLO, das Volkswiderstandskomitee, die Volksfront zur Befreiung Palästinas, die Demokratische Front zur Befreiung Palästinas und den Islamischer Dschihad in Palästina. Dabei starben 365 Palästinenser durch andere Palästinenser, u.a. durch Lynchmord, Blutrache oder Ehrenmord. Zudem ließen 765 israelische und 985 palästinensische Zivilisten ihr Leben, 7.054 Israelis wurden verletzt. Israel tötete nach eigenen Angaben 959 Terroristen, davon 208 durch gezielte Tötung (moderne Kriegsführung). Nach Ende des Krieges zog Israel sich aus dem Gaza-Streifen und einigen besetzten Städten zurück (gezielte Abkopplung).

  1. Der (zweite) Libanonkrieg (auch: Julikrieg, Krieg der 33 Tage) war bis zum heutigen Tage der letzte große israelische Konflikt, der mehrere Nationen betrifft. Er fand vom 12. Juli  bis 8. Sept. 2006 statt. Der Kriegsgrund war eine Grenzübergriff und die Gefangennahme von zwei israelischen Soldaten sowie der Raketenbeschuss von Nordisrael. Dabei bekämpfte das israelische Militär die schiitische Hisbollah-Miliz und andere kleinere Bewegungen wie die Amal-Miliz. Die Regierung des Libanon verurteilte unterdessen sowohl die Angriffe Israels auf libanesischem Territorium als auch die Attacken der Hisbollah gegen Israel. Insgesamt betrieb das libanesische Militär vor allem Flugabwehr und verhielt sich sonst eher passiv. Israel bombardierte alle größeren Städte des Libanons. Diese offener Angriffskrieg wurde international, aber auch innerhalb Israels stark kritisiert, weil er unter den Libanesen viele zivile Opfer forderte (1.191 Tote, 4.409 Verletzte, 974.181 Flüchtlinge). Unterdessen starben 44 israelische Zivilisten und 690 wurden verletzt, während etwa 500.000 flüchteten. 121 israelische und 46 libanesische Soldaten verloren ihr Leben bei Kampfhandlungen, die Zahl getöteter Hisbollah liegt etwa zwischen 250-530. Im Krieg verwendete das israelische Militär  u.a. die international geächteten Phosphor- und Streubomben, was diese erst abstritten, dann aber aufgrund der drückenden Beweislast gestehen mussten. Streubomben wurden auch durch die Hisbollah eingesetzt. Zudem wurden die israelischen Medien manipuliert:

„Selbst wenn uns problematisches Material bezüglich der Kriegsführung vorlag […] hielten wir uns zurück. In einem gewissen Sinne übten wir Verrat an unserer Rolle als Journalisten, aber wir taten es, weil wir nationale und patriotische Erwägungen beachteten und entscheiden, dass wir im Falle eines Krieges […] Teil des Landes sind; dass es zulässig, sogar notwendig war, Kontroversen und Kritik zurückzustellen und dass wir uns für unsere Unterstützung der Armee und Regierung nicht entschuldigen oder schämen müssen.“

Der Waffenstillstand aus der UN-Resolution 1701 beendete den Krieg formell. Als Folge des Krieges wurden die stationierten UN-Friedenstruppen UNIFL      deutlich verstärkt. Der Krieg, der Israel ca. 4 Milliarden US-Dollar und Libanon 3 Milliarden USD (15% des BIP) bzw. mit Folgekosten 15Milliarden $ kostete, löste zudem auch noch die Ölpest im östlichen Mittelmeer aus.

 

  1. Die Operation Gegossenes Blei (27. Dez. 2008-18. Jan. 2009) war ein Krieg Israels mit Unterstützung der USA gegen die Hamas, den Islamischer Dschihad, das Volkswiderstandskomitee, die al-aqsa Märtyrer Brigaden, die Volksfront zur Befreiung Palästinas auf dem Gebiet des Gazastreifens. Dabei ereigneten sich die schwersten Luftangriffe seit 1967, als Israel mit mehr als 80 Kampfflugzeugen und Helikoptern den Gaza-Streifen attackierte.

Mary Robinson, die frühere UN-Hochkommissarin für Menschenrechte bestätigte bei einem Besuch des Gazastreifens im November die „schrecklichen Lebensbedingungen“ für die Zivilisten und beklagte eine „schockierende Verletzung vieler Menschenrechte‘‘. Dennoch setzte Israel den Kampf und die Repressionen gegen die Zivilbevölkerung fort. Auch nach einem Waffenstillstand feuerte die Hamas noch 80 Raketen täglich gegen Israel, beschuldigte diese aber gleichzeitig, den Waffenstillstand ebenfalls nicht einzuhalten. Bei den Kämpfen starben 13 israelische Soldaten und zwischen 1.116 und 1.417 Palästinensern, von denen 295-926 Zivilisten waren. Der Krieg endete mit einer unverhandelten, jeweils einseitig ausgerufenen Waffenruhe. Ein Grund für den Krieg waren innenpolitische Spannungen in Israel vor der Wahl, die durch einen Sieg gegen die Hamas geglättet werden sollten.

  1. Die Operation Wolkensäule (14. bis 22. November 2012) war eine militärische Operation Israels gegen dieselben Kontrahenten wie im vorangegangenen Krieg. Dabei waren die Hamas zu Beginn der Auseinandersetzung geschätzte 30.000 und der islamische Dschihad 8.000 Mann stark. Israel verwendete das gesamte israelische Südkommando für die Operation und berief 75.000 Reservisten ein. Die israelischen Streitkräfte verloren zwei Soldaten, zwanzig wurden verwundet. Die Gegenseite verlor 55-120 Kämpfer, 29 wurden verwundet. Zudem starben 4 Zivilisten und 219 wurden verwundet, 8 angebliche Kollaborateure wurden durch die Hamas exekutiert. Was diesen Krieg von den anderen unterscheidet, ist die erstmalige massive Kriegsführung und Darstellung im Web, u.a. auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Der Krieg endete mit einer Waffenruhe, wobei

beide Seiten den Sieg für sich beanspruchten. Am 26. November 2012 erließ das palästinensische Ministerium für religiöse Angelegenheiten eine Fatwa, die den Verstoß gegen die Friedensvereinbarung mit Israel unter Strafe stellt. Jedoch hielt der Frieden gerade einmal  drei Monate. Bereits am 26. Februar 2013 wurde die erste Grad-Rakete aus dem Gaza-Streifen nach Israel in die Gegend von Ashkelon abgefeuert. Bedeutend für Israel war während dieses Zeitraums das mobile Raketenabwehrsystem Iron Dome (hebräisch ‏כיפת ברזל‎ kipat barzel ‚eiserne Kuppel‘),

welches Kurzstreckenraketen der Hamas abfing (v.a. Kassam und Katjuscha-Raketen). Die Gesamtkosten für den Aufbau des Systems betrugen 1,5 Milliarden Schekel (ca. 375 Millionen US-Dollar). Dabei kostet der Abschuss jeder Rakete 20.000 $, eine Batterie 50.000.000 $. Insgesamt erhielt Israel dabei eine Unterstützung von 275.000.000 $ durch die USA.

  1. Die Operation Protective Edge (auch: Gazakrieg, Gazakonflikt) im Zeitraum vom 8. Juli bis 26. August 2014 war der vorerst letzte Krieg Israels. Die Konfliktparteien waren dieselben wie in 13. und 14. Im Vorfeld des Krieges hatten sich die radikalen Hamas mit den moderateren Fatah auf eine ‚‚Regierung des nationalen Konsens‘‘ geeinigt. Auslöser des Krieges war die Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher im Westjordanland. Die Hamas wies Anschuldigungen diesbezüglich entschieden zurück und warf Israel vor, den Vorfall zu instrumentalisieren, um gegen die Hamas vorzugehen. Als Antwort auf die Festnahme führender Hamas-Mitglieder im Westjordanland begann der Raketenschuss aus dem Gazastreifen. Inzwischen ereignete sich ein Rachemord an einem Palästinenser. Dies verurteilte die israelische Regierung zwar als „Rassismus gegen Unschuldige“, es wurde auch Mordanklage erhoben, aber dennoch begannen am 3. Juli  Luftangriffe der israelischen Luftwaffe im Gaza-Streifen. Im Verlauf des Krieges starben zwischen 66-73 Israelis, davon 64 Soldaten. Auf der Seite der Palästinenser wurden 641 bis 1.056 Kämpfer getötet. Außerdem wurden 900 bis 1.460 Zivilisten umgebracht,  davon 493 Kinder und 253 Frauen, weshalb die Gesamtzahl der toten Palästinenser etwa 1.965-2.101 betrug. Das Ergebnis der Kämpfe war ein Waffenstillstand.

1.2.3. Weiter Kriege in der Region, die indirekt durch Israel bedingt wurden:

Schwarzer September (1970) in Jordanien: Palästinenser und Syrer gegen Jordanien

Ergebnis: Jordanien gewinnt. àFolgen: Palästinensische Organisationen werden aus Jordanien vertrieben, Zerschlagung der jordanischen PLO, Baath-Partei um Hafiz al-Assad putscht in Syrien (Vater von Baschar al-Assad); Flucht der PLO in den Libanon

Libanesischer Bürgerkrieg (1975-1990): PLO (aus Jordanien s.o.) kämpft mit schiitischer Hisbollah-Miliz, der Amal-Bewegung und der libanesischen Nationalbewegung gegen die durch Israel unterstütze christlich-rechte Libanesische Front und Südlibanesische Armee sowie verschiedene weitere paramilitärische Organisationen (Phalange, Marada-Brigade, Tiger-Miliz). Beide Seiten wurden von Syrien unterstützt. Um die Lage zu beruhigen, wurde von der UNO die United Nations Interim Force in Lebanon (Mandatsobergrenze 15.000 Soldaten) entsandt, die bis heute im Libanon stationiert ist. Folgen: Der Bürgerkrieg forderte 90.000 Todesopfer, 115.000 Verletzte und 20.000 Vermisste. 800.000 Menschen flohen ins Ausland. Ein unter syrischem Druck geschlossener „Kooperationsvertrag“ im Mai 1991 machte den Libanon bis 2005 praktisch zum syrischen Protektorat.

1.3. Daten über das heutige Israel

Amtssprache: Ivrit (Hebräisch), Arabisch
Fläche: 22.380 km2

 

Zusätzlich besetzte Gebiete: +6.381 km2 = 22,2% des Staatsgebiets
Einwohnerzahl: 8.368.400

mit besetzten Gebieten: 8.904.373

Ethnische Zugehörigkeit: 6,135 Millionen Juden (75,0%)

(Aschkenasim, Misrachim, Sephardim, jemenitische/ äthiopische Juden)

1,694 Millionen Araber (20,7%)

351.000 andere

Hauptstadt/Regierungssitz (de jure): Jerusalem
Regierungssitz (de facto) Tel Aviv
Regierungssystem Parlamentarische Demokratie
Staatsform Parlamentarische Republik
BIP (nominal 2014) 305,707 Mrd. $

Anm.

zur Fläche: Krüger-Nationalpark (Südafrika): 20.000 km2 / Belgien: 30.528 km2

Rückkehrgesetz: ist ein israelisches Gesetz von 1950, das Personen jüdischer Herkunft oder jüdischen Glaubens sowie deren Ehepartnern die Einwanderung nach Israel erlaubt.

Israeli: Bürger oder Staatsangehöriger des modernen Staat Israels

Besetzte Gebiete: Westjordanland (Westbank), Golanhöhen; bis vor zehn Jahren der Gazastreifen. In besetzten Gebieten begrenzte lokale palästinensische Autonomie; Hissen der Palästinenser-Flagge vor der UNO wurde vor kurzem gestattet; Palästina ist KEIN Mitglied der UNO (nur Beobachterstatus)

Gaza-Streifen: 1,86 Millionen Bewohner auf einer Fläche von 360 km2 (Vergleich: München 310 km2) Bevölkerungsdichte: 5167 Einwohner/km2  (München 4530 E/km2)

Geschichte: Gaza Handelszentrum in der Antike (Schnittstelle zw. Afrika, Asien, Europa)

Charakteristisches Merkmal: andauernde Fremdherrschaft.

Volk/Dynastie

Zeitraum

Ägypter
Philister sog. Seefahrervölkersturm
Syrien/Mesoptamien Assyrer/Neubabylonisches Reich
Ptolemäer aus Ägypten
Seleukiden aus Syrien
Römer/Byzantiner bis 636 Oströmisches Reich
Araber ab 636 nach Schlacht am Jarmuk
fränkische Kreuzfahrer Um 1100- 1200 7 Kreuzzüge
Mamelucken 1200-1517 aus Ägypten
Osmanen 1517-1918
Völkerbundsmandate für Palästina 1923-1948 De facto ausgeübt von Großbritannien
Verwaltung durch Ägypten 1948-1967 1956 kurzfristige Besetzung durch Israel (Suezkrise);

Dann Stationierung von Blauhelmen (UNEF-Mission)

Besetzung durch Israel 1967-2004 Bau jüdischer Siedlungen,

seit Gaza-Jericho-Abkommen begrenzte Selbstverwaltung

Rückzug des israel. Militärs 2005 Abbau der Siedlungen
Machtgewinn der radikalen Hamas 2006-2007
Operation Gegossenes Blei 2008-2009 Ausbau des Schutzsystems gg. Raketen aus Gaza (Iron Dome)
Gaza-Konflikt Seit 2014 5,4 Milliarden $ für Wiederaufbau

What then is love?

One language, it ain´t far enough…                                                                         None language describes your lovely touch

What then is love but mourning?
Non ho bisogno d‘ amore
Wenn der letzte Akkord verklingt
Lo smentirá il mio cuore

Wenn das kalte Herz aus Glas zerspringt                                                                             Questo é il mio stato: dolore malato                                                                                     What then is love but a selfe-burning?                                                                                 Fuori bruciato, ma dentro congelato

Poche parole poi avró finito
I’ll forget all those tiny things
Es wird sie nie wieder gegeben

Tutte le storie, solo un mito
Kann sie nicht wiederbeleben
Those sleepy rhyming dreams

Questo poema é consacrato:
Ad ognuno che é stanco e arrabiato
A tutti che sono un pochettino cosi
An die geht das Gedicht, genau die
Let us not wallow in the valley of despair.                                                                     Sieh her, das Leben bietet so viel mehr

Die Eröffnung des Canzoniere (Liederbuchs); 1. Sonett

Die Eröffnung des Canzoniere
Francesco Petrarca
Voi ch’ascoltate in rime sparse il suono
di quei sospiri ond’io nudriva ‚l core
in sul mio primo giovenile errore
quand’era in parte altr’uom da quel ch’i‘ sono,
del vario stile in ch’io piango et ragiono
fra le vane speranze e ‚l van dolore,
ove sia chi per prova intenda amore,
spero trovar pietà, nonché perdono.
Ma ben veggio or sí come al popol tutto
favola fui gran tempo, onde sovente
di me medesmo meco mi vergogno;
et del mio vaneggiar vergogna è ‚l frutto,
e ‚l pentersi, e ‚l conoscer chiaramente

che quanto piace al mondo è breve sogn


Testa_di_Francesco_Petrarca_di_profilo


Übersetzung
Ihr, die in verstreuten Reimen höret den Klang
Dieser Seufzer, die mein Herz verzehrte alsdann
Über meinen ersten jugendlichen Fehler dort da
(Anm. gemeint ist die Liebe zu Laura)
Als ich in Teilen ein anderer Mann als Heute war
Eine andere Art zu denken besaß und auch eine andere zu weinen
Zwischen enttäuschten Hoffnungen und leeren Schmerzen alleine
Wo sei,  dass doch jemand durch Beweise Liebe zu geben versteht
Hoffe ich, dass man mir anstatt leisen Mitleids Vergebung zugesteht
Ich sehe wohl, wie ich im Munde der gesammelten Leute
Ein Märchen war über lange Zeit, diese Bekenntnis lässt
Mich erglühen, fühle Scham, das ist wohl menschlich
Die Frucht meines Fantasieren ist eindeutig Reue,
Es bleibt doch nur die eine, klare, Erkenntnis zuletzt
Gefällt es der Welt, ist es nur ein Traum und endlich.