Fremd-artig

Was aber ist fremdartig? Ich erinnere mich, als ich das erste Mal das Matthäuspassion von Bach gehört hatte- Nichts war mir länger im Sinn geblieben als das י אֵלִ֣י אֵ֭לִי לָמָ֣ה עֲזַבְתָּ֑נִ ’eli, ’eli, lama ‘asawtani aus dem 22. Psalm (Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?) oder auf griechisch nach Matthäus : […]

über Fremdartig — MitmachBlog

Advertisements

6 Gedanken zu “Fremd-artig

  1. Ja, der Text ist von mir. Auf dem Foto ist der kanadische Pianist, Komponist, Organist und Musikautor Glenn Gould zu sehen, der durch seine Bach-Aufnahmen bekannt wurde.

    Er ist für mich aus mehreren Gründen etwas fremdartig gewesen: Erstens weil er die Bach-Musik, die über Jahrhunderte in Vergessenheit geraten war, in der ganzen Welt bekannt gemacht hat, was damals sonst keiner gemacht hat, zweitens durch sein Auftreten insgesamt: Der niedrige Stuhl, auf dem er während seiner Konzerte saß, seiner Kontrollwut (er verfasste Zeitungs- und Fernsehinterviews Wort für Wort selbst).

    Drittens durch seine Genialität, die dem normalen Zuhörer irgendwie nicht wirklich klar werden kann, auch wenn alle von ihm sehr beeindruckt waren. Viertens durch sein Mitsummen zu den Melodien, die man, wenn man genau hört, auch auf den Aufnahmen hören kann… Es gibt noch so viele weitere Gründe, aber die alle aufzuführen würde ewig dauern 😀

    Er muss ein wirklich fremdartiger Mensch gewesen sein, aber vermutlich gerade deswegen hat er bis heute so viele Fans.

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Marcello, ich weiß über Glen Gould nicht wirklich viel, den Namen habe ich schon gehört, aber ansonsten weiß ich kaum etwas über ihn. Dein Text gefällt mir sehr, sehr gut. Ich mag Deine Art zu schreiben und zu erzählen sehr. Das Foto spricht mich auch sehr an. Es ist für mich ersichtlich, dass er ein eigenwilliger Mensch war, mit einer speziellen Art zu spielen und vielleicht auch insgesamt zu leben. Wenn ich lese, was Du schreibst, hat er vermutlich für die Musik gelebt. Ich habe gesehen, dass der Text eine Verlinkung zu einem anderen Blog von Dir ist, dass der Text länger ist, ich werde ihn mir in Ruhe durchlesen, mich interessiert, was Du weiter zu ihm geschrieben hast.
      Einen schönen Abend für Dich, fremd empfinde ich Glen Gould übrigens überhaupt nicht, ich nenne es eigenwillig. Und vielleicht muss man das auch sein, ich halte es für eine gute Eigenschaft, was denkst Du?
      Einen schönen Abend wünsche ich Dir. Liebe Grüße von der Beobachterin

      Gefällt 1 Person

      1. So viele liebe Komplimente *sehrgeschmeicheltfühl *bisselrotwerd

        Das er für die Musik gelebt hat, steht wohl außer Frage. Ich denke, dass gerade darin sich das Fremde und Bekannte verbindet: Einerseits muss das für die Leute total fremd gewesen sein, als er in Kanada und später sogar in der SU (!), jahrhundertealte Musik eines damals in Vergessenheit geratenen deutschen Komponisten auf seine ganz persönliche Weise wieder zum Leben erweckt hat, andererseits hat er genau dadurch die Leute zusammengebracht. Einerseits war er als West-Musiker in der SU völlig fremd, andererseits hat er durch die Musik wahrscheinlich mehr zur Verständigung der beiden Blöcke beigetragen als ganze Korps von Diplomaten. Zwar scheint er wohl ein eigenwilliger Typ gewesen zu sein, aber bis heute ist er das Vorbild von Pianisten auf der ganzen Welt.

        Eigenwilligkeit kann vermutlich sowohl eine gute als auch eine schlechte Eigenschaft sein, je nach Begleitumständen. Manchmal vielleicht sogar beides 😉

        Einen wunderbaren Himmel wünsche ich zurück,
        Marcello

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s