Aus dem Tagebuch eines Irren

Was bin ich für eine Person?

Hasse zwar die Konfrontation,

Doch was hilft das alles schon?

Wer kann mich schon klonen?

 

Würde mich gerne mal begegnen,

Als ein völlig fremden Menschen,

Mich selbst ganz in vivo erleben,

Mit der Sicht und dem Verständnis.

 

Wäre dann zuletzt mein Eingeständnis,

Dass es mir an allem unendlich fehlt?

Oder wäre ich dennoch etwa beseelt,

Weil du, nein ich, mich selbst verstehst?

 

Es verfolgen unsren Geist wirre Gedanken,

Sie kichern irre, in mir drinnen gefangen.

Vielleicht sind wir ja sogar schizophren,

Vielleicht hat es sonst keiner gesehen.

 

Vielleicht will ich nur weiter gehen,

Während alle anderen weiter gehen.

 

ὁ ὀστρακισμός; Scherbengericht

Ich habe ja gehört, dass die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl der Vereinigten Staaten durch die Bank beliebt sind.

Was da wohl passieren täte, wenn man ein Scherbengericht anordnen würde?

Was für eine Vorstellung: Jeder wahlberechtigte Amerikaner, der mitmachen will, schickt keine, eine oder zwei Scherben ein. Wenn es dann ein Quorum- sagen wir mal 55% der Stimmen- gäbe, und wir einmal annehmen könnten, dass jeder, der derzeit “kein gutes Bild“ von Clinton respektive Trump hat, dementsprechend nichts gegen eine 10-jährige Verbannung einzuwenden hätte…

… Dann säßen bald Hillary in den Philippinen bei Rodrigo Duterte:   “Fahr zur Hölle, du verdammte Hurentochter“ und Trump in Mexiko.  Dort wird man sich dann wohl glücklich schätzen können, dass er großzügigerweise mit seinen Steuergeldern “die Mauer“ mitfinanziert. Vielleicht kommt er dann ja gar nicht mehr zurück.

Aber so- Dann halt nicht.

Sonett XIV

Sonett XIV

Ist dir hier auch manchmal alles zu viel?

Wir wissen nicht, wo wir gerade stehen,

In dem grellen, völlig überdrehten Spiel.

Lass uns beide weg von diesem Ort hier gehen.

 

An dem sich alles nur noch wie wild im Kreis dreht,

Bis uns schwindlig wird, verzerrt wie auf Ecstasy,

Sich immer schneller, aber nicht nach vorne bewegt.

Die Steppenskizze aus Mittelasien, ich vermisse sie.

 

Die Ruhe in der Atacama-Wüste; heiße Harmonie,

Das Vielgetöne der Urwaldklänge, deine Sinfonie.

Doch auch das ist kein Ort ohne tickende Zeit.

 

Nur eine Reise berührt vielleicht die Unendlichkeit,

Streift sie mit Federflügeln entschieden bereits,

aber sanft und leicht, um ganz genau zu sein.

 

Wenn unsere Gedanken Luftschichten gleich  zerfließen,

befreit ineinander treiben.

treibe dahin…

Ich schau mich um und finde es traurig zu sehen,

Wie in einem Augenzwinkern Tage und  Jahre vergehen.

Hier sitze ich und weiß nicht, wohin die Reise geht,

Wo sie enden wird, denn um zu fragen, ist es viel zu spät.

 

Aus meiner Sicht kann es nur eine Lösung geben,

Weil jeder im Strom der Dinge treibt wie ein Stück Holz,

Vielleicht abttreibt, ins Abseits – vergesst den eitlen Stolz.

Wir müssen gemeinsam zusammen  darüber reden,

 

Wie man das tiefe, weite,  Meer nun doch noch erreicht.

 

Bücher werden verkauft: Wie man glücklich wird oder es zumindest bleibt.

Denn die Gesellschaft fordert auch viel, da ist für Glück oft eben keine Zeit.

Ein Buch, das verstaubt am Regalboden festklebt,  jämmerlicher Vergleich.

Auf dem Buchtitel lacht jemand- da scheint doch  irgendwie alles ganz leicht.

 

Doch würde das mal jemand aufklappen und richtig lesen,

Und daraufhin als Beweis sogar mal ausprobieren vielleicht,

Würde dann doch der klare Fall eintreten, dass er begreift,

Dass man sich damit letzten Endes doch nur selbst bescheißt.

Agony&tragedy

Feel this agony/ triumphant tragedies.

Severe night-mares/ scary mysteries-

There don´t rests no air to breath,

I believe now time has come to leave.

 

Autumn near, a slowly wafting leaf,

It is swiftly falling into the deep.

Of our dreams at least, as it seems.

Thoughts are quickly seeping in….

A lasting peep, weeping heavily,

Confessing a besetting sin, steadily.

 

For you there´s no way to make it right

The malediction already has been vocalized:

You never saw, smelled, tasted, felt

The other side; heard your mind upraise…

Losing every hope you confidently held

 

What are you talking about, I wonder?

Did you ever see this world going under?

3 kryptische Erlebnisse

I. Fieberwahn

Don´t push me cause I´m close to the edge

Fall nämlich wirklich gleich vom Bett…

 

II. Die Gefahr der Nähe

Ist diese Umarmung eine Warnung?

Mein persönlicher Judas, bist du das?

 

III. Pytheas

Hier im Dunkeln/  zur ersten Stunde

Engelszungen / die Meereslunge

Bösewichter/ Himmelslichter

 

 

Herbstlicher Nebel (II)

“Klar sieht, wer von ferne sieht, und nebelhaft, wer Anteil nimmt.“ Lao-Tse

“Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch, umnebelnd Himmelsglut.“ Johann Wolfgang von Goethe

Leises Flüstern statt lautem Reden

Der Nebel, der uns heut gegeben

Dämpft das schrille Weltgeschehen

Nicht mal mehr sich selber sehen

Inmitten des herbstlichen Nebels

Alles ist wie in Watte gepackt,

Kühl, feucht und auch frisch,

Eine Art hell leuchtende Nacht,

Nebel über die Lande kriecht,

Umfasst die weiten Felder sacht.

 

 Zieht durch den ganzen Ort

pleumon thalassios

Eine Seele, eine Lunge, ein Wort

Perí tou Okeanoú

Entführt uns von hier fort…